Gender Mainstreaming: Immer die Gleichstellung im Blick

Bei allen gesellschaftlichen Vorhaben müssen die unterschiedlichen Lebenssituationen und Interessen von Frauen und Männern berücksichtigt werden, da es keine geschlechtsneutrale Wirklichkeit gibt. Dies verlangt eine durchgängige Gleichstellungsorientierung und das Erfassen von Geschlechtermerkmalen über den „kleinen Unterschied“ hinaus.

Die Europäische Charta für die Gleichstellung von Frauen und Männern auf lokaler Ebene wendet sich an die Kommunen in Europa und lädt sie ein, sich formell und öffentlich zum Grundsatz der Gleichstellung von Frauen und Männern zu bekennen und die eigens formulierten Verpflichtungen (Gleichstellungs-Aktionsplan) in ihrem Hoheitsgebiet umzusetzen. Die Charta bezieht sich auf die Grundrechte und Grundwerte jedweder Demokratie und zielt darauf ab, der Gleichstellung von Frauen und Männern nicht nur rechtlich, sondern im Alltag, in Politik, Wirtschaft, Gesellschaft sowie Kultur zur Durchsetzung zu verhelfen.

Ein chancengleiches Leben ist in unserer Gesellschaft noch nicht erreicht:

  • Frauen waren noch nie so gut ausgebildet wie heute. Trotzdem sind sie in Führungspositionen deutlich unterrepräsentiert. Dies, obwohl Studien nachweisen, dass Unternehmen mit mehr Frauen an der Spitze erfolgreicher sind!
  • Hoppenstedt-Studie 2010: Je größer das Unternehmen, desto weniger Frauen schaffen den Sprung in die Führungsetage!
  • Accenture Studie 2007: 27 % der Frauen in Führungspositionen in Deutschland fühlen sich auf Grund des Geschlechts benachteiligt.
  • Frauen verdienen laut Statistischem Bundesamt in Deutschland 22 % weniger als Männer, im EU-Durchschnitt 17 %. Laut EU-Kommission gehört Deutschland zu den lohndiskriminierenden Ländern.
  • 2011 blieben in Deutschland 1,9 Millionen Frauen zwischen 15 und 64 Jahren dem Arbeitsmarkt wegen familiärer Verpflichtungen fern. Zum Vergleich: Von den gleichaltrigen Männern waren es nur 99 000! (Quelle: Statistisches Bundesamt 2012)
  • 2011 arbeiteten in Deutschland 45 % der erwerbstätigen Frauen zwischen 15 und 64 Jahren weniger als 32 Wochenstunden. Als Hauptgrund für ihre Teilzeittätigkeit nannte jede zweite von ihnen die Betreuung von Kindern oder Pflegebedürftigen bzw. andere familiäre oder persönliche Verpflichtungen. Männer arbeiteten deutlich seltener in Teilzeit (9 % der Erwerbstätigen) und nur rund jeder elfte davon tat dies aus familiären Gründen. (Quelle: Statistisches Bundesamt 2012
  • 2011 mussten 28 % der erwerbstätigen Frauen regelmäßig am Samstag und 15 % am Sonntag arbeiten. Das Betreuungsangebot für Kinder ist auf den Trend steigender Wochenendarbeit nicht ausgerichtet.
  • Frauen, die international qualifiziert sind, kommen nicht nach Deutschland, weil die Vereinbarkeit von Beruf und Familie nicht geregelt ist!

Eine Unterrichtsmappe „Mach es gleich!" zu den Themen Chancengleichheit und Geschlechtergerechtigkeit wurde von der Kollegin der Stadt Konstanz in Kooperation mit weiteren Institutionen erstellt und veröffentlicht.
Sie können sich das Material hier herunterladen:
http://www.konstanz.de/soziales/00607/03347/index.html


weitere Links:

www.gender-bw.de 

www.gender-mainstreaming.net

www.dji.de

www.genderkompetenz.info

www.genderundschule.de

www.goethe.de/gender