Frei leben ohne Gewalt

http://www.frauenbeauftragte.org/sammlung-von-texten-gedanken-artikeln-und-kommentaren


Gewalt gegen Frauen und Mädchen hat viele Gesichter: Sie äußert sich als körperliche, psychische, sexualisierte, ökonomische Gewalt. Körperliche Misshandlung, Vergewaltigung, sexueller Missbrauch, Drohung, Demütigung, Erniedrigung, Beherrschung und Kontrolle beschreiben nur einen kleinen Teil der Erscheinungsformen von Gewalt gegen Frauen.

Häusliche Gewalt ist in unserer Gesellschaft weit verbreitet. An jenem Ort, der Schutz und Geborgenheit bieten sollte, ist jede vierte Frau der Gewalt durch Ehemänner, Lebenspartner oder andere Familienangehörige ausgesetzt.

Vor mehr als 30 Jahren, als die Frauenbewegung das Tabuthema ans Licht brachte, entstanden Frauen- und Mädchenhäuser, Notrufe, Frauenberatungsstellen und Fachberatungsstellen gegen sexuellen Missbrauch von Mädchen und Jungen. Im Zuge der Einführung des Gewaltschutzgesetzes im Jahr 2002 und des damit einhergehenden Platzverweisverfahrens bei häuslicher Gewalt kam es zu einem entscheidenden Paradigmenwechsel. Seither kann der Gewalt ausübende Partner durch die Polizei der Wohnung verwiesen werden. Zunehmend wird offenbar, dass spezielle Zielgruppen, wie ältere Frauen, Migrantinnen und Frauen mit Behinderung von den vorhandenen Beratungs- und Hilfeangeboten nicht oder nur unzureichend erreicht werden. Neben der notwendigen Forschung in diesem Themenfeld bedarf es vor allem der Vernetzung von Hilfsangeboten und intensiver Zusammenarbeit der Träger, die mit Gewalt gegen Frauen und Mädchen zu tun haben. Rückhalt erhielt die Anti-Gewalt-Arbeit in den Themenfeldern häusliche Gewalt, Vergewaltigung in der Ehe, Zwangsheirat, Stalking und Frauenhandel durch die Verabschiedung verschiedener Gesetze.

Bei häuslicher Gewalt sind neben den Frauen oft auch deren Kinder die Leidtragenden, als Opfer von Misshandlungen oder durch das Miterleben der Gewalt gegen die Mutter. Die daraus resultierenden körperlichen und seelischen Verletzungen stellen häufig eine traumatische Erfahrung dar, die sich negativ auf die Entwicklung auswirken kann. Kinder sind daher in das Hilfesystem mit einzubeziehen.

Gewalttätiges Verhalten ist veränderbar, und so leistet die Arbeit mit den Tätern einen aktiven Beitrag zum Opferschutz. Durch Täterprogramme sollen gewalttätige Männer für ihre begangenen Taten in die Verantwortung genommen werden, ein Problem- und Unrechtsbewusstsein entwickeln, um so den Gewaltkreislauf zu unterbinden.

Kommunale Frauen- und Gleichstellungsbeauftragte sind:

  • Initiatorinnen von Infrastruktur- und Hilfeangeboten in der Anti-Gewalt-Arbeit
  • (Mit-)Begründerinnen der Runden Tische gegen häusliche Gewalt vor Ort
  • als Multiplikatorinnen tätig, um immer wieder auf das Thema und neue Handlungsfelder aufmerksam zu machen (z.B. Zwangsverheiratung, sexuelle Übergriffe unter Jugendlichen)
  • Organisatorinnen von Fachtagungen und themenspezifischen Veranstaltungen, veröffentlichen Broschüren und Ratgeber, sind Erstanlaufstelle und Vermittlerinnen ins Hilfesystem, verankern in den Verwaltungen Dienstvereinbarungen und Kontaktstellen gegen sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz...


Links:

Zur aktuellen Diskussionen um die Minderjährigenehe anbei die Position des Instituts für Menschenrechte:
http://www.institut-fuer-menschenrechte.de/publikationen/show/position-ehen-von-minderjaehrigen-das-kindeswohl-in-den-mittelpunkt-stellen/

Landesaktionsplan Baden-Württemberg:

http://sozialministerium.baden-wuerttemberg.de/de/menschen/gegen-gewalt-an-frauen/landesaktionsplan/

www.hilfetelefon.de

www.frauen-gegen-gewalt.de

www.frauenrechte.de

www.onlineberatung.zwangsheirat.de

www.frauenhauskoordinierung.de

Broschüren (www.bmfsfj.de):

  • Lebenssituation, Sicherheit und Gesundheit von Frauen in Deutschland
  • Lebenssituation und Belastungen von Frauen mit Beeinträchtigungen und Behinderungen in Deutschland
  • Mehr Schutz bei häuslicher Gewalt - Information zum Gewaltschutzgesetz 
  • Mehr Mut zum Reden - Von misshandelten Frauen und ihren Kindern